Keine Wahlplakate in Kraichtal

In seiner letzten Sitzung beschloss der Ortsverband der Grünen den Verzicht auf das Plakatieren im ganzen Stadtgebiet von Kraichtal. Keine leichte Entscheidung, letztlich aber die Konsequenz aus jahrelangen, vergeblichen Versuchen, auf kommunaler Ebene die jeweilige Plakateflut vor Wahlen einzugrenzen.
Viele kritische Stimmen aus der Bevölkerung, Beschwerden über „Verschandelung“ des Stadtbildes und die allseits unbewiesene Wirkung dieser Werbemaßnahme im öffentlichen Raum lassen die Grünen vor Ort diesen Versuch wagen. Bestrebungen, im Gemeinderat und mit der Verwaltung zu einer anderen Lösung – wie z.B. in Frankreich oder Italien – zu kommen, konnten dort keine Mehrheiten finden. Vorgeschlagen war, dass jede politische Gruppierung jeweils eine begrenzte Plakatfläche an einer zentralen, gemeinsamen Stellwand in den einzelnen Stadtteilen erhält.
Der 6-wöchige wilde, bunte Auftrieb an Kreuzungen, Masten, Bäumen, Straßenrändern, der zuweilen schon an karnevalistische Zeiten erinnert, wäre so auf ein erträgliches Minimum begrenzt worden. Rechtliche Bedenken gegen eine Begrenzung auch für überörtlich arbeitende Plakatierungsfirmen überwogen letztlich aber bei den außerparteilichen Befürwortern der bisherigen Vorgehensweise. Der Ortsverband ist jedoch der Meinung, dass eine Kommune sehr wohl entscheiden kann/können muss, welche und wie viele Plakate auf ihrem Gebiet zu stehen oder zu hängen kommen.
In dieser unbefriedigenden Lage hat sich deshalb der Grüne Ortsverband zu o.a. Lösung entschieden und hofft, dass diese vielleicht doch sehr mutige Entscheidung von den Wählerinnen und Wählern verstanden und akzeptiert werden wird.
Und? – Was gibt´s anstatt? Die Werbemaßnahmen der Ortsgrünen beschränken sich auf verstärkte umweltfreundliche Anzeigen in den Mitteilungsblättern der Stadt und auf Erstwählerbriefe. Auf das vom Kreisverband gestellte Großplakat in Unteröwisheim und das 10-tägige in Münzesheim vor der Wahl wollte man aber dann doch nicht verzichten. Gute Absichten haben manchmal auch einen kleinen Sündenfall zur Folge. Zu diesem kann man stehen, wenn insgesamt die Anzahl der sonst üblichen 150 grünen Stellplakate im Stadtgebiet wegfällt.
Man wird im Ortsverband an dem vorgenannten Ziel der freiwilligen Beschränkung erst einmal festhalten. Es ergeben sich keine Einsparungen. Eher ist der Aufwand finanziell um einiges höher. Die Meinungen der Wählerinnen und Wähler zu dem Ganzen wäre aber doch interessant zu erfahren.

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