Grüne Kandidatenliste für die Kreistagswahlen im Mai

Im Wahlkreis XI Kraichtal, Kürnbach, Zaisenhausen, Sulzfeld, Oberderdingen bewerben sich für die Kreistagswahlen am 26. Mai die folgenden Grünen Kandidatinnen und Kandidaten aus den zugehörigen Gemeinden: 1. Heidi Schneider, Kraichtal, 2. Jürgen Treffinger, Oberderdingen, 3. Sybille Sell, Sulzfeld, 4. Raphael Bauer, Kraichtal, 5. Ruth Treffinger, Oberderdingen und 6. Martin Rausch aus O.- Flehingen. Für Kraichtal hervorhebenswert sind die Kandidaturen auf Platz 1 von Heidi Schneider, Vermessungsingenieurin aus Oberöwisheim, welche bereits dem aktuellen Kreistag als Mitglied angehört, und diejenige von Raphael Bauer auf Platz 4, Technischer Systemplaner aus Gochsheim.
Beim genaueren Studium der Wahllisten aller 13 Wahlkreise für den Kreistag fällt auf, dass es viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister inzwischen wohl als unerlässlich ansehen, mit ihrer Kandidatur und evtl. Wahl für ihre Kommune im Landkreis vertreten zu sein. Kraichtal macht hier keine Ausnahme. Das ist einerseits aus ego-kommunaler Sichtweise nachvollziehbar (Jeder will nahe am „Kreis- Trog“ sitzen, was, bzw., mehr abbekommen). Andererseits sind dadurch aktuell ein Drittel der rd. 90 Kreistagssitze per Wahl an die kommunalen Verwaltungschefs vergeben, d.h., beinahe jede Kommune hat ihren gewählten Rathauschef im Kreistag sitzen. Jüngstes Beispiel für diesen zunehmenden Trend ist dabei wohl die Kandidatur der Bruchsaler OB für ein Kreistagsmandat. Einerseits ist ja der Landrat als oberster Chef des Landkreises auch die Dienstaufsichtsperson aller kommunalen Bürgermeister, auf der anderen Seite sitzen eben jene im beschließenden Kreistag, dessen Chef ja wiederum der Landrat ist.. Als Wähler will man hier nicht unbedingt an Interessenskollisionen denken. Aber der gesunde, unverstellte Sachverstand der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis ist durch die o.a. Entwicklung mit dem Kommunen-Ego schon mal weniger vertreten. Auch will man nicht hoffen, dass diejenigen Kommunen mit dem / der „stärksten“ BGM- VertreterIn auch an die größten Kuchenstücke gelangen. Das müssten dann schon die verbleibenden 2/3 der übrigen Kreistagsmitglieder wachsam begleiten, bzw., verhindern.
Unter dieser Prämisse hat der Grüne Kreisverband keinerlei Bürgermeister oder Bürgermeisterinnen auf seinen Kandidatenlisten nominiert. Natürlich auch deshalb, weil es solche derzeit (noch nicht) gibt. Wer weiß, wie dann die Nominierungen aussehen würden? Dies kann da ja schon mal kritisch angemerkt werden. Mandate sind verführerisch.

Verwandte Artikel