Kraichtal dreht sich weiter im Kreis

Bei seiner Sitzung am 20. Mai hat der Gemeinderat zunächst über zwei Anträge der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN abgestimmt. 

Mit den GRÜNEN stimmten die SPD-Fraktion sowie ein Mitglied der Freien Wähler für die Bewerbung als Modellkommune im Projekt „Klima Mobil“.

Eine erfolgreiche Bewerbung hätte sehr dabei geholfen, den Grundsatz unserer Landesregierung für nachhaltige Mobilität auch in Kraichtal anzuwenden: „Zentrales Ziel ist es, die heutigen Mobilitätsbedürfnisse breiter Bevölkerungsgruppen in Zukunft in einer umweltverträglichen Weise zu gewährleisten. (…) Dabei dürfen weder andere Menschen noch die Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts eingeschränkt werden.“ Ideen aus dem Stadtentwicklungsprozess, infolge dessen seit 2016 nichts Bedeutendes mehr passiert ist, hätten genauso in die Straßenraumgestaltung und die Bevorrechtigung umweltfreundlicher Verkehre einfließen können wie neue, zeitgemäße Ideen.

Auch die Chance, 2021, im Jahr des 50. Stadtgeburtstags, eine wissenschaftlich fundierte Studie zu einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Stadtentwicklung präsentieren zu können, wurde nicht ergriffen.

Studierende der Karlsruher Universität, die so unterschiedliche Städtebauprojekte wie Irkutsk in Ostsibirien und Steinmauern im Landkreis Rastatt bearbeitet haben, hätten sich engagiert in Kraichtal umgesehen, umgehört und zusammen mit den Bürger*innen Konzepte erarbeitet, wie z. B. manche Ortsmitte mit einer Gastwirtschaft oder einem Laden wiederbelebt werden kann.

Dieser Antrag wurde ebenfalls abgelehnt: aus Kostengründen, wegen der personell angespannten Situation im Rathaus und weil die Ratsmehrheit der Meinung ist, man sollte kein Geld mehr für externe Beratung ausgeben.
Andere Kosten und Maßnahmen haben hingegen mühelos eine Mehrheit gefunden, auch wenn ihr Nutzen und Beitrag kritisch zu sehen sind, was die Ertüchtigung Kraichtals für die Zukunft angeht. Die Nachhaltigkeitsziele der UN lagen diesen Entscheidungen scheinbar nicht zugrunde.

Angelo Castellano gab in seiner Rede abschließend zu bedenken, dass der Stadt in wenigen Jahren die Haushaltskontrolle durch die Rechtsaufsicht bevorstehen könnte. Konsequenterweise lehnte die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN den Haushalt 2020 ab.

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