Rekord-Haushalt 2020 in Kraichtal

Der Haushalt 2020 bricht alle Rekorde:

1. Rekord: Die Gemeinderatssitzung am 6.Mai war sicherlich die längste in der Geschichte. Sie begann um 19 Uhr, und um 23.55 Uhr war man erst bei der Beratung von TOP 5 (von 12) angelangt.

2. Rekord: Der Schuldenstand von 10,7 Millionen Euro Ende 2020.

3. Rekord: Die mittelfristige Schuldenentwicklung bis 2023 ohne die Eigenbetriebe: 17,5 Millionen Euro.

4. Rekord: Gewaltige ungelöste Zukunftsfragen, die weder finanziell noch strukturell angegangen werden.

Ein Lob an unseren Kämmerer Herrn Ribstein, der die Zahlen klar und verständlich präsentierte. Auch im weiteren Verlauf der Veranstaltung hatte er den Überblick und konnte Fragen beantworten.

Dies war nicht immer leicht, da im ersten Teil der Veranstaltung unter TOP 3, Einbringung der Fraktionsanträge, vieles nicht optimal vorbereitet war, zum einen von den Fraktionen selbst, zum anderen auch seitens der Verwaltung. So gab es keine strukturierte Reihenfolge der Anträge. Immer wieder mussten am Mikrofon seitens der Gemeinderäte Kostenschätzungen abgegeben oder Texte umformuliert werden. Dies führte dazu, dass nicht nur die anwesenden Zuschauer den Überblick über das Gesagte und Beschlossene verloren haben.

Weiter wie bisher?

Wer gedacht hatte, die Fraktionen überbieten sich in Sparvorschlägen angesichts der zuvor beschriebenen Schuldensituation, wurde enttäuscht. 

Aus der Diskussion und den meisten Anträgen war deutlich zu erkennen, dass zukunftsorientiertes, nachhaltiges Handeln noch nicht bei allen Beteiligten die gebotene Priorität besitzt. „Weiter wie bisher“ scheint die Devise zu sein.

Wir müssen eine Haushaltskonsolidierung einleiten, aber auch für die längst überfälligen Zukunftsfragen Lösungen erarbeiten. Dies geht nicht gleichzeitig und nicht ohne Einschränkungen und Verzicht.

Alles, was wir bis 2030 oder 2050 erreichen wollen, muss jetzt in die Wege geleitet werden. Weder Klimakrise, Verkehrsprobleme, Bürgerbeteiligung noch strukturelle Veränderungen werden von heute auf morgen gelingen. Aber es fehlt manchen an der grundlegenden Einsicht, die entscheidenden Schritte umzusetzen.

Es ist zu erwarten, dass 2020 für Kraichtal ein verlorenes Jahr wird

Dabei hat es hoffnungsvoll angefangen mit der Neujahrsansprache von BM Hintermayer, der „Nachhaltigkeit“ zu seinem Thema machte. Aber drei Monate später scheint die Energie bereits verbraucht.

Gerne hätte die Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN noch unter Top 10 und 11 ihre grünen Ideen für die Zukunft Kraichtals der Öffentlichkeit vorgestellt, aber angesichts der späten bzw. frühen Stunde wurden ihre Anträge erneut vertagt. Schade.


Wir freuen uns, wenn Sie uns kontaktieren:
Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Kraichtal,
E-Mail: rudischmiederer@web.de oder info@gruene-kraichtal.de

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