Flower Power für die Biogasanlage

…, so könnte, kurz auf einen Nenner gebracht, die künftige Devise für Energie-Landwirte lauten. Mehrjährige Mischkulturen schaffen blühende Landschaften! Der gelernte Landwirt und Landschaftsgärtner Werner Kuhn hat der Biogas-Produktion einen entscheidenden neuen Impuls gegeben. Dieser hat inzwischen deutschlandweit zu Arbeitsgemeinschaften geführt und Interessenten in den betreffenden Ministerien, auch in Berlin, gefunden. Seine gefragte Beratertätigkeit dort belegt das.

Kuhn, der aus dem Würzburger Raum kommt, ist auch Dozent an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim. Der Pionier experimentierte immer mehr mit verschiedenen Pflanzenmischungen. Wichtiger Grundsatz dabei: Er nimmt nur noch einheimische, mehrjährige Arten und vor allem Mischungen, Vorteile von Wildpflanzen-Mischungen

Ökologisch:
Deckung für Wildtiere im Sommer und Winter
Verbessertes Nahrungsangebot durch längere Blühzeiten und große Blühflächen für Insekten und Vögel
Aufwertung des Landschaftsbildes, dadurch höherer Erholungswert einer Region
Erntezeitpunkt außerhalb der Setz- und Aufzuchtzeit, dadurch weniger Gefahr von Mähverlusten bei Bodenbrütern und Jungtieren
Keine Verfälschung der Flora, da einheimische Wildpflanzen genutzt werden

Ökonomisch:
Dauerkultur (etwa 5 Jahre) erfordert keine jährliche Bodenbearbeitung und Ansaat
Verzicht auf Mineraldünger und chemischen Pflanzenschutz
Ganzjährige Bodenbedeckung: Bodenerosion und Nährstoffauswaschung wird entgegengewirkt, Humusbildung verbessert
Kuhns vielfältige Versuche, die inzwischen in ganz Deutschland von Arbeitsgemeinschaften (z.B. Kißlegg/Bodensee) weitergeführt werden, haben so verschiedene Gruppen, wie Deutscher Jagdverband, Deutscher Imkerbund, Deutsche Wildtier Stiftung, Deutscher Verband für Landschaftspflege, Fachverband Biogas e.V. zu einem gemeinsamen Ziel zusammengeführt. Die genannten, und noch viele weitere Städte, Energieerzeuger und Firmen sind im „Netzwerk Lebensraum Feldflur“ vereint.
Genügend Argumente für eine blühende Kraichgauer/-taler Wohlfühlandschaft also, und eine interessante Variante  für die Energie-Landwirte unserer Region, aber auch florierende Aussichten für das kleine Pflänzchen „Tourismus in Kraichtal“. Welch blühende Ergänzung unserer Streuobstwiesen in zeitlicher Hinsicht!
Interessierte finden über www.Lebensraum-Feldflur.de, sowie über www.lwg.bayern.de weitere Informationen.
Werner Kuhn wäre auch in unserer Region ein bereichernder Referent……..
Wildpflanzen selbst wiederum bereichernd für eine regionale Energieversorgung!

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