Neubaugebiete nur mit schlüssigem Gesamtkonzept

In seiner Sitzung am 17. Juni 2020 wird sich der Kraichtaler Gemeinderat mit dem Vorschlag der Verwaltung für einer Grundlage zur weiteren Entwicklung der Stadt befassen: die Bauleitplanung wird vorgestellt und die vorgeschlagene Priorisierung soll gebilligt werden.

Von den vielen Themen, die in der Planung enthalten sind – wie z. B. Bebauungspläne in den Stadtteilen oder die Fortschreibung des Lärmaktionsplans – legen wir in diesem Artikel den Schwerpunkt auf die geplanten Neubaugebiete.

Wer ein Haus bauen möchte, steht vor vielen Herausforderungen bürokratischer, gestalterischer, technischer und finanzieller Natur. Wer ein Neubaugebiet erschließt, muss einen langfristig tragfähigen Rahmen vorgeben, denn Gebäude, die heute errichtet werden, sollen Jahrzehnte lang genutzt werden können. Deshalb muss bei ihrer Planung daran gedacht werden, dass sie auch zukünftigen Gebäudestandards gerecht werden.

„Neue Häuser braucht das Land“

Unter diesem Titel fasst die Autorin Michaela Schorpp auf der Website des Landesverbands von B90/Die Grünen Baden-Württemberg zusammen, wie klimaneutrales Bauen gelingen kann.

In ihrer „Kommunalen Checkliste“ nennt sie z. B. folgende Schlagwörter:

  • Erneuerbares Energiekonzept
  • Betreibermodelle entwickeln (z. B. Energiegenossenschaft)
  • Nachhaltiges, idealerweise autofreies, Verkehrskonzept
  • Bebauungsplan mit Festsetzungen für Plus-Energie
  • Kaufverträge zur Sicherstellung des Plus-Energie-Standards

Plus-Energie-Standard bedeutet: Neu zu entwickelnde Baugebiete müssen aus energetischer Sicht mindestens klimaneutral sein oder mehr Energie sauber erzeugen, als sie selbst verbrauchen. Die erforderliche Technik ist vorhanden, erprobt und gerade bei Neubauentwicklungen wirtschaftlich einsetzbar. (Lesen Sie hier den ganzen Artikel)

In einem Interview in der Bruchsaler Rundschau vom 2.06.2020 sagte Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein: „Über die CO2-freie Bauleitplanung führt die Region mit den Gemeinden seit Jahren einen intensiven Dialog. Solaranlagen gehören auf Wohn- und Gewerbegebäude, aber auch Parkplätze bieten ein großes Reservoir.“

Die Gebäudehülle und die Haustechnik sind aber nicht alles. Auch eine gute nachbarschaftliche Gemeinschaft und Generationen übergreifendes Wohnen und Leben („Co-Housing“) müssen von Anfang an mitgedacht werden. Inspirierende Beispiele sind z. B. die „Baugruppe Wunschnachbarn“ in Köln (Homepage Wunschnachbarn)oder das Wohnprojekt „WohnMichel“ in der Nähe von Berlin (http://wohnmichel.org/unser-bauvorhaben/energie-und-versorgungskonzept/).

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