Mobilität der Zukunft

Was Verkehrsminister Winfried Hermann und die Landtagskandidatin Andrea Schwarz darunter verstehen, haben sie vor Kurzem bei einem Online-Diskussionsabend erläutert, bei dem auch Fragen aus der Zuhörerschaft beantwortet wurden.

Mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern ist eines der Ziele. „75% aller gefahrenen Kilometer werden mit dem Pkw zurückgelegt und 82% der Güter werden auf der Straße transportiert. Wir arbeiten daran, das zu ändern“, sagte Hermann. Um die Mobilitätswende – und damit den Klimaschutz – voranzubringen, braucht es nicht die Umsetzung der Jahrzehnte alten Straßenbauprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan, sondern mehr Busse, Bahnen und gemeinsam genutzte Fahrzeuge, außerdem sichere Rad- und Fußwege. Anstatt immer mehr Geld in Straßen für Kraftfahrzeuge zu investieren, sollten die alten Pläne gestoppt und erst einmal einer sehr gründlichen Überprüfung auf Umwelt- und Klimafreundlichkeit unterzogen werden. Viele Projekte würden sich dann als nicht mehr zeitgemäß erweisen, diese Meinung teilten der Minister, die Abgeordnete und die weiteren Teilnehmer*innen des Abends.

Stärkung des Nahverkehrs

Des einen Freud, des andern Leid: Die geplanten Verbesserungen im regionalen Bahnverkehr zwischen Karlsruhe und Heidelberg werden leider dazu führen, dass die S32 ab Ende 2022 seltener als bisher direkt zwischen Menzingen und Karlsruhe Hbf fährt.

Um zu verhindern, dass Kraichtal bahntechnisch abgehängt wird, setzen sich die Kraichtaler Grünen dafür ein, dass der Takt zwischen Menzingen und Bruchsal deutlich erhöht wird. Dann können mehr Anschlussmöglichkeiten in Bruchsal genutzt werden. Die Frage stellt sich auch, ob die Schienen für die S32 nicht nur in den Ausweichbahnhöfen, sondern auch auf der einen oder anderen freien Strecke zweigleisig verlegt werden sollten.

Sichere Radwege

Die durchgängig sichere Befahrbarkeit von Alltagsradwegen ist ein weiteres Anliegen von Verkehrsminister Hermann.

Er wies auf Förderprogramme für Kommunen hin und plädiert z. B. für getrennte Radfahrstreifen entlang von Landesstraßen. Abgesehen davon bezeichnet er sich als „einen Anhänger des modellhaften Ausprobierens“, weil sich aus Praxistests immer wieder gute, dauerhafte Lösungen ergeben.

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